Insulinresistenz

Insulinresistenz bildhaft erklärt.

Insulinresistenz.

Bei Insulinresistenz​ ​gelangen ​wichtige Nährstoffe wie Zucker und ​Aminosäuren nicht mehr in unsere Körperzellen.  ​​Zucker sammelt sich im Blut an.  Bleibt ​er im normalen Bereich ist das​ kein Problem.  

Ein ​Zuckerschub ​hilft uns​ beim Überleben​ schwieriger Situationen wie Krankheit und Stress​. 

Steigt der Blutzucker​ stark an wird es gefährlich.  Zuviel​ davon wirkt wie​ Wasser auf blankem Eisen.  Es entsteht ​eine Art "​Rostschaden" im Körper (Oxidation).  Bei manchen Menschen entsteht auch Übergewicht.  

Andere haben mehr Glück und sie bleiben​​ schlank.  Das heisst aber nicht, dass sie​ gesund bleiben.  Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes Typ II oder metabolisches Syndrom, PCOS​ ​können bei anhaltender Insulinresistenz ​die Folgen sein.​  

​Insulinresistenz auf Dauer ist also keine so gute Sache.

​Insulinresistenz​ kurzfristig nützlich ?

Insulinresistenz ​hört man oft in Zusammenhang mit ​hohem Blutzucker und Diabetes​ II.  ​Dennoch ist es nicht immer​ ein ​besorgniserregender Zustand.  

​Wie kann ​es ​langfristig schädlich, kurzfristig aber​ von Nutzen sein ? 

In bestimmten Situationen ​entspricht ​es​​ einer gesunden Anpassung des Körpers.   Zum Beispiel​​ bei Krankheit, Stress, längerem Fasten aber auch während der Schwangerschaft oder ​​einer ​ketogenen Diät​​​.

Menschen gibt es seit 50.000 Jahren.  Etwa 40 Tausend Jahre ​lebten die Menschen indem sie auf die Jagd gingen und auf dem Erdball ​umherwanderten.​  Erst vor 10.000 Jahren​ wurden sie sesshaft.   Das heisst, sie jagten weniger, zogen nicht mehr umher und fingen an Häuser zu bauen und Landwirtschaft zu betreiben.  ​Der Ackerbau sorgte erstmals in der Geschichte der Menschheit dafür, dass der Mensch regelmässig etwas zu essen hatte.  

In der Zeit davor ​war das nicht der Fall.  Denn Jäger und Sammler zogen umher und wanderten um den ganzen Erdball.  ​Nahrung gab es einmal mehr, einmal weniger.  Je nachdem ob die Jagd erfolgreich war oder nicht. ​Der menschliche Körper​​ ​hatte sich durch eine Vielzahl Mechanismen daran angepasst​ und war es gewöhnt.  Einer dieser Mechanismen ​nennt sich die ​Insulinresistenz.

Denn ​in Situationen der Nahrungsknappheit war ​sie ein entscheidender Vorteil.  Wie jeder weiss, verbrennt der Körper bei zu wenig Nahrung Körperfett.   ​Er funktioniert dabei wie ein Motor.   ​Ein Motor der sowohl Diesel als auch Superbenzin verbrennen kann.  Das Fett aus den Fettzellen geht ins Blut und gelangt zum Beispiel in die Muskelzellen.  Dort wirkt es als Treibstoff anstelle des Zuckers.

Doch nicht alle Organe im Körper können ​im Hungerzustand ​von Fett leben.  ​Ohne Zucker funktionieren unser Nervenzellen zum Beispiel nicht, und auch​ unsere roten Blutkörperchen ​brauchen ihn dringend.   ​Hier ​wird ​ Insulinresistenz zum Vorteil.   

Denn sie ​sorgt​ dafür, dass unser Hirn und unsere roten Blutkörperchen ​​den für sie wichtigen Zucker auch in der Not​ geliefert​ bekommen.  ​Alle anderen Körperzellen ​müssen ​Fett verbrennen.  

Das ist​ in ein paar Worten "gesunde Insulinresistenz".  ​Sie ist​ zuallererst ein ​natürlicher Regelmechanismus im Körper, der uns ​hilft zu überleben. ​Und das ist​ vor allem ​in Zeiten von Nahrungsknappheit, Krankheit oder anderen gefährlichen Stressituationen, in denen wir uns nicht um Nahrungsaufnahme kümmern können eine ​nützliche Sache.

Krankhafte Insulinresistenz.

In der heutigen Zeit wird ​sie aber bei Menschen, die ​jeden Tag ​essen können​ ​zum Problem.    

Denn ​im Gegensatz zu unseren Vorfahren ist​ Nahrungsknappheit für uns ​nicht das Problem.  Im Gegenteil ​leben wir mit einem Überangebot teilweise künstlich hergestellter Nahrungsmittel.  Raffinierter Zucker, industrielle Fertigprodukte, künstliche Fette wie Margarine und Transfettsäuren finden wir überall.  

Auf das alles ist unser Körper mit ​seinem 50.000 Jahre alten Bauplan nicht vorbereitet.  ​Fast food führt dazu noch oft zu verschiedenen Nährstoffmängeln.  

Diese ​begünstigen​ wiederum unnötige Entzündungen im Körper.  ​Entzündung ist für unseren Körper gleichbedeutend mit Krankheit, Verletzung oder Infektion.  ​Seine Antwort darauf ist ​das Notprogramm​​ genannt Insulinresistenz.

War ​dieses Programm ​bei unseren Vorfahren​ in​ ​Zeiten der Knappheit ​lebensrettend, so wirkt ​es ​bei zuviel Nahrung und auf Dauer schädlich.  ​Erinnern wir uns: mit ​diesem Mechanismus​ sorgt der Körper dafür, dass ​Zucker ​weniger in Muskelzellen und Leber gelangt und sich​ im Blut ​ansammelt.

Kurzum:  viel Nahrung bedeutet ​viel Zucker.  Viel Zucker kombiniert mit Entzündung und Insulinresistenz ​treibt den Blutzuckerspiegel​ in die Höhe.  Das schadet uns und führt zu allen möglichen Erkrankungen.  ​Den sogenannten "Zivilisationserkrankungen".

Insulinresistenz und Übergewicht

Und da sind wir beim Problem Übergewicht.  ​

​Das kommt daher​, dass unsere Fettzellen ​Nährstoffe aus dem Blut entnehmen und dabei ​wachsen.  Hauptverantwortlich dafür ist das Hormon Insulin.  Insulin ​lässt Fettzellen​ wachsen.  

Warum ​ist das so ?

Zum  Wachstum braucht es Baustoffe.  ​Und Insulin ist​ ​das ​Wachstumshormon​ schlechthin.​   Es​​ wird immer dann produziert, wenn ​​​Nährstoffe​ in den Körper gelangen. Ganz besonders Zucker.  Damit hilft es normale Körperzellen ​damit zu versorgen.

​Dafür bereitet Insulin die Körperzellen auf die Aufnahme der Nährstoffen wie Glukose und Aminosäuren​ vor und​ schleust sie ein.  Ohne Insulin kommen keine ​Nährstoffe in unsere Zellen. ​Wir würden bei vollem ​Bauch verhungern !  ​Dasselbe passiert, wenn Insulin zwar ​vorhanden ist, aber nicht richtig funktioniert.  Das ​nennt sich​ Insulinresistenz.

Wenn der Körper Insulin produziert bedeutet ​also: es sind Nährstoffe ​im Blut ! Und die​ gehören​ in die Zellen rein.  Bei Insulinresistenz hören die Zellen aber nicht auf​ das Insulin.  Sie schleusen weniger ​ein und ​mehr Zucker ​bleibt ​im Blut​.  

Fettzellen wachsen trotz Insulinresistenz

Eine kleine aber wichtige Ausnahme sind die Körperfettzellen.  ​​Während die anderen​ ​keinen Zucker aufnehmen wollen​, nehmen sie​ einen Teil​ davon ​und wandeln ihn in Fett um.  Das macht uns dann dick.

​Da ​die Fettzellen aber nicht den ganzen Zucker aufnehmen können, ​bleibt trotzdem noch​ einiges im Blut über.  ​Der Körper reagiert zunächst indem er nochmehr​ produziert.  Ist die Insulinresistenz nicht so ​extrem, reicht das um die Schleusen der Zellen wieder zu öffnen.  Glukose gelangt in die Zellen und die Blutzuckermenge ​sinkt und wird​ normal(er).  Dennoch ist im Körper über längere Zeit mehr Insulin vorhanden.

Und das​ bedeutet ​das gleiche wie "Nahrung vorhanden".  Solange es im Blut​ ist, ​wachsen bei Insulinresistenz die ​Fettzellen stärker als die anderen Körperzellen.​

​Viel Insulin im Blut​ = Fett in den Fettzellen eingesperrt !

Das ist ​auch der Grund, warum Insulinresistenz zu hartnäckigem Übergewicht führt.  Und da ​Insulinresistenz auch mit Leptinresistenz einhergeht wird es unmöglich dauerhaft abzunehmen.  Die Wirkung von Diäten​ verpufft. Denn nach kurzer Zeit ist das Gewicht wieder so hoch wie vor der Diät.  Der bekannte Jojo-Effekt.

Was hilft bei Insulinresistenz ?

Insulinresistenz ist heute oft die Folge eines Nährstoffmangels bei gleichzeitigem Überangebot an Nahrung.  Das führt ​zu unnötigen Entzündungen im Körper.

Da Entzündung für den Körper Krankheit bedeutet, schützt er sich ​mithilfe dieses Mechanismus.   Denn in Zeiten von Nahrungsknappheit ​schafft er es ​auf diese Weise​ unsere Nervenzellen und rote Blutkörperchen am Leben zu erhalten.

Mit den richtigen Nährstoffen hingegen werden unnötige Entzündungen ​verringert.  Der Körper braucht​ den Schutzmechanismus ​dann nicht mehr.

​Weniger Entzündung verbessert​ also die Wirkung von Insulin​.  Die Zellen schleusen dann wieder mehr Glukose und andere Nährstoffe ein.  Insgesamt braucht der Körper weniger Insulin um den Blutzucker im gesunden Bereich zu halten.  Weniger Insulin führt auch dazu, dass die Fettzellen ihr Fett​ freigeben.

​Neben der Senkung von Entzündung gibt es ausserdem noch ​​3 Dinge, die ​​helfen Insulinresistenz​ zu senken:

  • ​Fasten
  • Vitamin D
  • Salz

  Mehr dazu ​in einem der nächsten Blogs.