Abnehmen mit Leptin.

Abnehmen mit Leptin

Was ist Leptin ?

Abnehmen mit Leptin funktioniert weil es DAS Sattheitshormon ist.

Innerhalb von nur 15 Minuten nachdem wir mit dem Essen beginnen produziert der Magen eine Flut Leptin. Wenn es wirkt haben wir das Gefühl satt zu sein und keinen Bissen mehr zu wollen. Seine Wirkung entfaltet sich an mind. 2 Stellen:

  • im Darm bremst es die Aufnahme von Fetten und erhöht die Aufnahme von Eiweiss (Proteinen)
  • im Hirn wirkt es über Rezeptoren auf ein wichtiges Nervenzentrum (nucleus arcuatus), und gibt uns an dieser Stelle das Sattheitsgefühl

Leptin ist ein natürlicher, vom Körper produzierter Stoff. Es gibt ihn also 100% kostenfrei.

Wozu brauchen wir Leptin ?

Leptin wirkt indem es Auskunft über die verfügbare Energiemenge im Körper gibt. Es ist ein Nährstoffsensor. Was bedeutet das ? Wenn man das mit dem Treibstofftank in einem Auto vergleicht, so entspricht Leptin der Tankanzeige. Ist der Spiegel hoch, fühlen wir uns satt und möchten nichts mehr zu uns nehmen. Auf diese Weise kann man auch Abnehmen mit Leptin: es wird weniger Nahrung aufgenommen. WICHTIG ! Die Menge an Leptin, die normalerweise vorhanden ist steigt im Verhältnis zur Menge an Fettdepots, die wir im Körper tragen. Das kommt daher, dass es von den weissen Fettzellen produziert wird. Je mehr weisses Fett, umso mehr Leptin.

Abnehmen mit Leptin – ist das überhaupt möglich ?

Leptin 3D Struktur
Leptin

Als Forscher erstmals übergewichtigen Mäusen Leptin injizierten, konnten sie beobachten wie diese sehr rasch ihr Körperfett verloren. Ihr Körpergewicht wurde wieder normal. Dasselbe wollte man auch an Menschen ausprobieren. Doch es funktionierte nicht: die meisten übergewichtigen Menschen verfügen zwar über die richtige Menge Sattheithormon, doch ist seine Wirkung abgeschwächt. Trotz enormer Anstrengungen konnte Leptin nicht als Wundermittel vermarktet werden. Der Grund dafür: Leptinresistenz. Daher ist Abnehmen mit Leptin nur möglich, wenn Leptinresistenz reduziert wird oder nicht vorhanden ist.

Was kann Leptin noch ?

Leptin hat noch andere Aufgaben im Körper. Da seine Menge mit den vorhandenen Fett- bzw. Energiereserven steigt, wirkt es auch als Stoffwechselbeschleuniger.  So erhöht es den Energieverbrauch, wenn mehr Energie (Fett) da ist. Dadurch verheizen wir in derselben Zeit mehr Kalorien. Mit Leptin abnehmen bedeutet also auch den Stoffwechsel auf Hochtouren laufen zu lassen. – Umgekehrt funktioniert das genauso. Sind wenig Vorräte übrig, hilft uns ein niedriger Leptinspiegel mit Sparflamme lange durchzukommen.

3 Dinge, die Du über Leptin wissen musst !

  1. Du denkst übergewichtige Menschen haben einen niedrigen Leptinspiegel ? Falsch ! In Wirklichkeit haben sie oft einen hohen Spiegel (s. ->Leptinresistenz).
  2. Eine Woche Diät senkt den Leptinspiegel um 30 bis 50%.
  3. Die von den weissen Fettzellen produzierte Menge Leptin hängt im Wesentlichen von der Menge Kohlehydrate ab, die wir zu uns nehmen.

 

3 Dinge, die Leptin erhöhen:

  1. Emotionaler Stress
  2. das weibliche Geschlechtshormon Östrogen
  3. Insulin

 

3 Dinge, die Leptin senken:

  1. das männliche Geschlechtshormon Testosteron
  2. Sport und Muskeltraining
  3. Schlafmangel

Abnehmen mit Leptin – was wenn es nicht wirkt ?

Leptinresistenz ist der Grund, warum viele Menschen ihr Übergewicht nicht loswerden können. Es ist genügend Leptin vorhanden, aber es wirkt nicht.  Das heisst: die Menge an Nahrung, die nötig ist um das Sattheitsgefühl zu erreichen steigt.

Entzündung: der stille Killer

Bald stellte sich heraus, dass Leptinresistenz und Übergewicht mit niederschwelliger Entzündungen einhergehen. Es dauerte nicht lange, bis man sog. Makrophagen (spezielle Immunzellen) in den Fettzellen Übergewichtiger fand. Experimente mit Mäusen, denen ein wichtiger Entzündungsstoff genetisch ausgeschalten wurde zeigten, dass diese Mäuse zum Beispiel gar keine Gefässverkalkung entwickelten.  Diese Gefässveränderung ensteht oft als Spätfolge von Diabetes II und tritt bei Übergewichtigen besonders häufig auf.

Leptinresistenz: ist das Fett schuld ?

Lange Zeit wurde Fett als Hauptgrund für Übergewicht verantwortlich gemacht. Doch Forschungen zu diesem Thema konnten diese Meinung nicht ohne weiteres bestätigen – die Einnahme von Fett allein bringt den Körper nicht dazu solches zu speichern. Man konnte zwar immer wieder an Labormäusen zeigen, dass sie bei einer fettreichen Ernährung zunahmen. – Dies funktionierte aber nur wenn diese gleichzeitig eine hohe Menge Kohlehydrate zu sich nahmen, oder aber sehr einseitig Fette (omega-6-fettsäurelastig) gefüttert bekamen.

Lipopolysaccharide: Bakterielle Stoffe, die den Körper Alarm schlagen lassen.

Bald wurde man auf die Rolle sogenannter Lipopolysaccharide aufmerksam. Sie sind natürliche Bestandteile gewisser Bakterienstämme (sog. Gram negativ), die sich auch im Zwölffingerdarm tummeln können.  Wenn sie in die Blutbahn gelangen werden sie sofort vom Immunsystem als Warnzeichen einer Infektion erkannt und führen zu einer Abwehrreaktion: die Entzündungsreaktion. 

Wie bereits erwähnt werden Entzündungen immer wieder in Zusammenhang mit Übergewicht beobachtet, und vor allem Leptinresistenz. Sie sind der Grund warum der Leptinspiegel bei Übergewichtigen zwar hoch ist, das Hungergefühl aber bestehen bleibt. – Mit Leptin abnehmen funktioniert also nicht, weil trotz hohe Fettreserven und daher hohen Leptinspiegel der Hunger bleibt !

Raffinierter Zucker wie er in Schokolade und Süssigkeiten vorkommt schmeckt nicht nur uns Menschen, er führt auch dazu, dass Bakterien sich besonders schnell vermehren – und zwar bereits im Dünndarm.  Dort wo normalerweise nur wenige Bakterien sich tummeln sollten !  Diese wiederum produzieren – je nach Anzahl – eine gewisse Menge Lipopolysaccharide, welche gemeinsam mit Nahrungsfetten über sogenannte Chylomikronen ins Blut gelangen. 

Das trojanische Pferd.

Da wir Menschen Fett in unserer Ernährung brauchen ist unser Dünndarm für die Aufnahme von Fetten in unserer Ernährung bestens gerüstet. Das Fett wird durch die Darmzellen aufgenommen, in kleinen Fettsäckchen, sogenannten Chylomikronen. Diese machen die Verdauung gewisser Fette überhaupt erst möglich.  Wer schon einmal nach einer üppigen Mahlzeit sein Plasma gespendet hat weiss, dass das Plasma sich dann dunkelgelb verfärbt. Das sind Unmengen prall gefüllter Säcke Chylomikronen.

Wie der Name sagt haben Lipopolysaccharide die von Bakterien stammen auch so einen Fettanteil.  Sie ähneln in gewisser Weise den normalen Nahrungsfetten, die wir zu uns nehmen.  Das führt dazu, dass sie auch mit den Chylomikronen ins Blut gelangen können. Wenn das passiert schlägt unser Immunsystem aber Alarm: ein sogenannter TLR4 -Rezeptor wird gebunden und es werden Makrophagen aktiv. – Diese Entzündung ist es, die die normale Funktion von Leptin und seines Verwandten, dem Insulin verhindert.

Abnehmen mit Leptin setzt voraus, dass dieses seine Signalwirkung nicht einbüsst.  Das bedeutet sich satt fühlen zu können, wenn man genügend Nahrung aufgenommen hat. 

Befinden sich aber zu viele Lipopolysaccharide im Blut ist das nicht mehr möglich.  Das heisst weniger zu sich nehmen wenn genügend Fettreserven im Körper vorhanden sind ist jetzt nicht mehr möglich. 

Wenn man verstehen möchte, warum Entzündung Leptinresistenz hervorruft so muss man sich vorstellen, dass Entzündung immer ein Zeichen für Schaden am Körper ist.  Wird der Körper beschädigt, braucht er aber auch mehr Energie um Reparaturprozesse einleiten und bewerkstelligen zu können.  So kann es sinnvoll sein, dass ausgeschüttetes Leptin seine Wirkung verliert und der Organismus bei vollen Reserven weiter Hunger verspürt und auf zusätzliche Nahrungsaufnahme drängt.  Mit bekanntem Ergebnis.

Was die Entzündung bremst

Nun weiss man, dass diese Aktivierung des Immunsystem aber durch bestimmte pflanzliche Stoffe gut verhindert werden kann: Phyto… – Resversatrol, Anthocyanidine (Äpfel, Beeren), EGCG, Quercetin, Hellenin etc. – sie wirken entzündungshemmend und sind daher geeignet Leptinresistenz zu verhindern.

Was die Entzündung fördert

Andererseits gibt es nichts was gefährliche Bakterienstämme wie Clostridium und Streptokokken so gut bekommt wie reiner Zucker, fertig in rauher Form, in hoher Dichte und ohne pflanzliche Zellwände. Das kennen wir: in Mehlspeisen, Stärke, Süssigkeiten etc. – Sie vermehren sich sehr schnell, da dieser reine Zucker so etwas wie Turbotreibstoff für sie ist. Dabei produzieren sie Toxine, die unser Immunsystem erkennt und auf die es abermals mit Entzündung reagiert.

Fazit

Entzündung ist ein Alarmsignal. Der Körper nimmt eine Gefahr wahr und bereitet sich auf eine schwierige Zeit vor. Die Signalwirkung des Leptins wird gebremst und die Leptinsignale werden am TLR2 deaktiviert.   Das ist die Leptinresistenz und bedeutet Hunger bei vollen Reserven.   Sinn macht das insofern, als Krankheit den Körper möglicherweise viel Energie kosten kann.  Aber wenn die Krankheit gar keine ist, sondern nur zuviele Bakterien im Dünndarm zu viel LPS produzieren und diese ins Blut gelangen, entstehen unnötige Fettreserven.

unvollständige Liste von Quelle(n): Perceived psychological stress and serum leptin concentrations in Japanese men – 2006 Effects of resistance training on cytokines. – 2010.